Schon ist es wieder vorbei. Der Ausflug in eine andere Welt. Eine Auszeit und doch unglaublich viele Eindrücke, Erfahrungen und Inspirationen.

Am Mittwoch Mittag ging es los. Vorher mussten noch so viele Dinge erledigt werden, kennt ihr das auch?

Wie so oft flogen wir nur mit Handgepäck. Es ist so entspannt wenn man nicht auf das Gepäck warten muss und direkt aus dem Flughafen spazieren kann. Für 4 Tage braucht man ja auch nicht so viel.

Nun saßen wir am Flughafen, neugierig auf das was uns erwartet. Ich war schon einmal in der Türkei. Einen ersten Eindruck hatte ich schon gesammelt, aber trotzdem möchte man sich in einem fremden Land richtig verhalten. Wir hatten vorher gelesen, das es einige Dinge zu beachten gibt:  Küssen verboten – tatsächlich haben wir über die ganze Zeit kaum Menschen – ausgenommen Touristen- gesehen, die sich in der Öffentlichkeit küssen oder die Händchen halten, man darf keine Fotos von Militäreinrichtungen und Sperrzonen machen und daran haben wir uns auch gehalten. Wir wollten keinen Streit riskieren.

Natürlich haben wir uns vor unserer Reise informiert. Das auswärtige Amt schrieb, man sollte doch vorallem Touristenzentren und gut besuchte Plätze meiden. Aber Istanbul besteht überwiegend aus gut besuchten Plätzen und somit haben wir diese Warnung einfach vergessen. Ich habe selten so viele Menschen an einem Ort gesehen – und Istanbul ist einfach riesig.

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Die wichtigsten Wörter schreiben wir uns für eine Reise immer auf. Zumindest „Hallo“, „Danke“ und „Tschüss“ in der Landessprache zu können, ist nicht verkehrt. So ist das erste Eis schnell gebrochen und man hat ein Lächeln auf seiner Seite, denn die Aussprache ist für mich nicht immer ganz so einfach.

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Unser Flug ging nach Istanbul Sabiha Gokcen. Wie ich jetzt erfahren habe, sollte man lieber nach Atatürk fliegen. Die Hin- und Rückreise ist kürzer und einfacher. Mit einer leichten Verspätung erreichten wir den Flughafen. Ab durch die Passkontrolle und raus aus dem Flughafen. Wir hatten vorher nach einem Bus zum Taksim Platz geschaut, uns dann aber irgendwie nicht weiter drum gekümmert und gedacht das sich die Fahrt schon ergeben wird. Als wir den Flughafen verließen, stand der Bus schon direkt vor der Tür. Als Fahrgast darf man einfach einsteigen. Das Ticket zahlt man im Bus. Eine Fahrt kostet pro Person 14 TL, ca. 5€.  Es empfiehlt sich vorab etwas Geld zu wechseln oder am Flughafen Türkische Lira zu ziehen, aber es ist auch unproblematisch mit Euro zu zahlen. Ein Taxi zum Taksim Platz kostet mindestens 65€. Je nach dem wann man den Flughafen erreicht muss man 1,5 Stunden für die Fahrt einplanen, denn in Istanbul herrscht werktags unglaublich viel Verkehr.

Am Taksimplatz angekommen, tauchten wir auch schon direkt in die Hektik der Stadt ein. Wir hatten den Bus noch nicht ganz verlassen, da wurden wir schon von fünf Taxifahrern angesprochen, die uns zu unserer Unterkunft bringen wollten. Da ich nicht mit so einer späten Ankunft gerechnet hatte und unsere Vermieterin schon auf uns wartete, sprangen wir in ein Taxi und waren nach 10 Minuten bereits an der Wohnung „Cute flat in the heart of Galata“ angekommen, die wir über airbnb gebucht hatten. Freundlich empfing uns Meral, zeigte uns die Wohnung und empfahl uns ein Restaurant ganz in der Nähe. Die Wohnung war total schön, sauber und sehr zentral am Galata Tower gelegen. Auch bezüglich der Sicherheit braucht man hier keinerlei bedenken haben.

Vegetarier haben es schwer, Veganer noch viel mehr.

Die meisten von euch wissen, dass ich nicht komplett vegan esse. Ich bin eine Vegetarierin, die sehr viel vegan kocht. In der Türkei vegan zu essen, ist fast unmöglich – außer man kocht selber.

Ich hatte schon Probleme das eine oder andere vegetarische Gericht zu finden und die Türken finden es nicht gerade normal, kein Fleisch zu essen. Aber wer will auch normal sein????

Am ersten Abend bekam ich in einem Restaurant am Galata Tower einen vegetarischen Teller zusammen gestellt. Was es war? Ich habe keine Ahnung-aber es schmeckte. Es waren unterschiedliche Gemüsesorten und Gemüse mit Reisfüllung.

Den nächsten Tag starteten wir mit Sonnenschein. Erst einmal zum Gewürzbasar. Der wurde uns so empfohlen und Gewürze kann man ja nie genug haben. Schon vor dem Basar herrschte wildes Treiben. An jedem Stand wird man angesprochen, jeder hat den besten Preis und überall soll man schnell mal probieren. Wir waren total überfordert, kauften nichts und zogen weiter durch die Straßen. Wir haben nie einen Plan wenn wir unterwegs sind und meiden eigentlich die typischem Touristenorte. Hier ist es uns am ersten Tag nicht gelungen. Obwohl es nicht geplant war, haben wir glaube ich alle Orte besucht, die in einem Reiseführer stehen. Wie konnte das passieren??? Ich denke es gehört einfach zu Istanbul. Irgendwann bekam ich einen riesigen Hunger. Noch nie zuvor habe ich Dürum gegessen. Wir fanden einen Laden, der mir einen vegetarischen Dürum gemacht hat. Sehr lecker, kann ich nur empfehlen. Den restlichen Tag verbrachten wir damit durch die Straßen zu schlendern und die Stadt auf uns wirken zu lassen.

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Am nächsten Tag begannen wir mit einem typischen türkischen Frühstück. Vorweg muss gesagt sein, in der Türkei ist alles unglaublich süß und wird mit einer Menge Zucker zusätzlich gegessen oder getrunken. Ich kann vieles davon gar nicht essen, weil es einfach zu süß ist. Egal ob es türkischer Tee, Kaffee oder Gebäck ist.

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Also zum Frühstück gibt es Börek- eine Art Blätterteig mit Zucker oder Börek mit Schafskäse. Die Türken streuen aber noch ein bis zwei Päckchen Puderzucker über diese süße Gebäck.

Heute liefen wir in die andere Richtung und fanden einen Stadtteil nach unseren Vorstellungen. Bis jetzt wissen wir nicht, ob es der Teil war den Touristen meiden sollten, da er zu gefährlich ist. Aber uns gefiel es dort. Wir tranken Kaffee, liefen durch die Straßen, fanden einen Laden mit Gewürzen, Tee und Trockenfrüchten, bei dem wir 1/3 von dem Preis bezahlten, den wir auf dem Gewürzbasar zahlen sollten und fanden zwei Märkte. Hier gab es  Obst und Gemüse, Blumen, Reis und Kleidung. Da unser türkisch nicht besonders gut ist und man mit „Hallo“ und „Danke“ nicht handeln kann, zahlten wir also den gewünschten Preis, der immer noch sehr günstig war.

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Am Nachmittag waren wir mit einem Freund verabredet, der in Istanbul lebt. Hakan erzählte uns ein bisschen was über die Stadt und die Kultur.

Als wir am Abend durch die Straßen schlenderten, fand ich ein Laden der Tücher und Handtücher verkauft. Ich wollte schon lange so ein Tuch haben und ging in den Laden. Seid euch in der Türkei immer darüber im Klaren was ihr wollt und seid entscheidungsfreudiger als ich. Am Ende hatte ich 5 Verkäufer um mich, die jedes Tuch in allen möglich Farben aus dem Regal zogen und mir hinhielten. Ich war so überfordert das ich ohne etwas zu kaufen, den Laden verließ. Wir ließen den Abend mit einem Getränk am Galataturm ausklingen.

Am nächsten Tag starteten wir mit einem leckeren Tee im Café MÜZ. Einem wunderschönen Cafe, toll eingerichtet, freundliches Personal und guter Atmosphäre. Es empfielt sich auf jeden Fall hier einmal vorbei zu schauen.

Weiter ging es Richtung Hafen, auf dem Weg fanden wir ein tolles veganes und vegetarisches Restaurant. In diesem Restaurant gibt es traditionelle türkische Speise. Die Bedienung war total nett und das Essen super lecker. Es gab eine Art Crepe mit Spinat und einen mit Feta. Dazu tranken wir ein typisch türkisches Getränk „Ayran“ – Ein Joghurtgetränk.

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Das Restaurant heißt Sinas und ist in der Nähe der Haupteinkaufsstraße – der İstiklal.

Ich wäre hier gern noch einmal zum Essen hin gegangen. Aber am Sonntag morgen ging es schon wieder nach Hause und da dieser Tag mein Geburtstag war, wartete am Abend noch eine Überraschung auf mich.

Wir schlenderte an der Prommenade in Galata entlang, wenn ihr vor der Brücke steht, zur rechten Seite, findet ihr einen Fischmarkt. Wenn ihr weiter geht findet ihr ein schönes und ruhiges Plätzchen am Wasser. Nach einer kurzen Pause gingen wir weiter und kamen an kleine Gassen, Fischrestaurants und nicht so Touristen-überlaufenen Strassen vorbei. Die Sonne stand schon recht tief und es war eine tolle Stimmung.

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Um 19.00 Uhr hatten wir eine Reservierung auf dem Galata-Tower. Die ganzen letzten Tage haben wir überlegt, ob wir einmal auf dem Turm gehen. Aber die lange Wartezeit hat uns davon abgehalten. Meine Eltern hatten uns die Reservierung organisiert. Was für eine tolle Überraschung. 19 Uhr war die perfekte Zeit, denn wir konnten unseren Blick, bei schöner Abendsonne über die Stadt schweifen lassen.  Der Turm hat ein Restaurant und auch dort hatten wir eine Tischreservierung. Unser Abendessen durften wir beim Sonnenuntergang genießen.

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Ein wunderschöner Abend den wir mit einem Getränk am Turm ausklingen lassen haben.

Am Sonntag ging es schon früh zurück nach Hause. Wir standen um 6 Uhr auf und nahmen um 08.30 Uhr den Bus zum Flughafen. Unser Flieger sollte um 11.30 Uhr starten und da wir nicht riskieren wollten, das wir unseren Flug zu verpassen haben wir uns etwas früher auf den Weg gemacht. Die Schlange vor der Passkontrolle war ewig lang und wir brauchten eine ganze Weile bis wir in der Wartehalle angekommen waren.

Schon wieder ging eine wundervolle Reise zu ende. Wir hatten eine wundervolle Zeit.

Istanbul ist auf jeden Fall eine Reise wert. Es ist eine hektische, schöne und unglaublich interessante Stadt. Veganer sollten gucken, das sie eine Unterkunft mit Küche haben und immer ein paar Snacks für unterwegs in der Tasche haben.