Hallo ihr Lieben,

Drei Wochen reisen, ist doch eine ganz schön lange Zeit. Jeden Tag den Ort und
die Unterkunft zu wechseln ist auf Dauer doch gar nicht so entspannt wie man
sich das vorstellt. Gerade wenn man, wie wir dieses Mal, mit Koffer reist. Nach 4
Tagen Stadt hatten wir einfach mal Lust auf Landleben. Wir wollten einen Tag
rumliegen, lesen, baden, ausschlafen und die Zeit genießen. Deshalb suchten wir
uns ein Bed & Breakfast in Barbarroja.

Roadtrip Spain

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Das La Casa Blanca war eine Finca mit, ich glaube 4 Gästezimmern. Jedes Zimmer hat ein eigenes Bad und die Lage ist einfach ein Traum. Das nette holländische Paar das das Bed & Breakfast führt,
ist total gastfreundlich und hat immer einen lustigen Spruch auf den Lippen.
Beide sprechen sogar etwas deutsch. Barbarroja ist ein traumhafter kleiner Ort
und die Ruhe hier tut einem fast in den Ohren weh. Wenn man in der Stadt lebt,
weiß man manchmal gar nicht mehr wie schön Ruhe eigentlich ist, wie entspannend.
Auch die Umgebung war beruhigend, von Bergen umgeben, viele Bäume auf doch sehr
trockenen Boden und der Scharm eines spanischen Dorfes.
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Nach zwei Übernachtungen ging es weiter nach Cartagena. Ein Stadt, die man
meiner Meinung nach nicht besuchen muss. Die Stadt ist so Touristenüberlaufen,
das man eigentlich keinen Meter laufen kann ohne ein Gruppe mit Reiseführer zu
treffen, das Essen ist unglaublich teuer und schlecht und um die Altstadt
anzuschauen muss man Eintritt bezahlen. Wir waren sehr enttäuscht und bereuten
schon, das wir ein Hotel gebucht hatten. Aber so weiß ich auf jeden Fall, das
ich hier nicht wieder hin muss. Wir änderten unseren Plan, gingen zurück zum
Hotel, kauften alles für die Weiterfahrt am nächsten Tag im Supermarkt ein und
suchten uns ein Restaurant in der Nähe unseres Hotels, das etwas außerhalb der
Stadt lag. Mein absolutes Highlight dieser Stadt war ein Kinderspielplatz mit
Seilbahn. Denn mit dieser Seilbahn fuhr ich ein paar mal hin und her und
amüsierte mich köstlich.

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Am nächsten Morgen brachen wir sehr früh auf und fuhren in die Wüste von
Tabernas. Der einzigen Wüste Europas. Unter Wüste hatte ich mir etwas ganz
anderes vorgestellt. Ich dachte an endlose Sandflächen. Die Wüste von Tabernas
sieht etwas anders aus. Ist aber ein absolut beeindruckender Fleck Erde. Vor
vielen Jahren wurden hier Westerfilme gedreht und es gibt auch noch 3
Filmkulissen die erhalten sind. Allerdings hatten wir vorab einen Bericht von
einer Bloggerin gelesen, die diese Orte besucht hatte und dieser Beitrag war so
gut und lustig geschrieben, das wir lieber das Bild unserer Fantasie bestehen
ließen, als uns von den trostlosen Versuchen einer Westernshow selbst zu
überzeugen. So fuhren wir einfach ein bisschen durch die Wüste, hielten an
unterschiedlichen Orten an und ließen die Gegend auf uns wirken.

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Unsere nächste Unterkunft lag in dem kleinen Ort Nijar, das wir über
kilometerlange Serpentine erreichten. Nijar ist ein kleines, weißes Dorf in den
Bergen. Wenn man eine Weile durch Spanien fährt, ist man es gewohnt durch
kleine, sehr schmale Strassen zu fahren. Straßen die in Deutschland höchstens
als Wanderweg zugelassen werden würden. In Nijar gibt es viele dieser Strassen
und wir hatten gelesen das unsere Unterkunft etwas außerhalb vom Dorf lag. Also
dachte ich mir auch nichts dabei, als ich durch eine schon sehr schmale Straße
fuhr die zu ein paar Häusern führte. Sascha sagte mir während der ganzen Fahrt
immer, wo wir lang mussten und welche Straßen wir nehmen sollten. Wir hatten uns
ein kostenloses Offline-Navi aufs Handy geladen, das bis jetzt auch super
funktionierte. So wunderbar wie es war, hatte das Navi in Zusammenarbeit mit
Sascha eine Abkürzung gefunden, da wir den ganzen Tag unterwegs waren und ich
die ganze Zeit Fahrer war, störte es mich nicht, so schnell wie möglich ans Ziel
zu kommen. Bei dem sehr schmalen Weg an den Häusern vorbei dachte ich mir noch
nichts, als wir dann einen Weg passieren sollten, auf dem mittig schon
mindestens einen halben Meter hohe Gräser wuchsen, wurde ich stutzig. „Hier ist
doch schon seit Jahren kein Auto mehr gefahren. Der weg war so eng, das gerade
mal eine Hand zwischen Auto und Mauer gepasst hätte. Navi und Sascha sagten,
weiter fahren. Also überquerten wir eine Brücke mit dem Auto und sollten dann
eine enge Kurve fahren und dann bergauf. Gott sei dank wurde jetzt auch mein
Copilot stutzig und lief den Berg hoch bevor ich das Auto durch diese enge Kurve
quälte. Natürlich kamen wir dort nicht weiter, denn Oben war die Strasse nur für
Fußgänger zugänglich. Ich sah schon die Einwohner dieses kleinen Dorfes an der
Brücke stehen, lachend und überlegend wie wir das Auto nun ohne Schaden von
dieser Brücke bekommen sollten. Aber es sah uns keiner und mein Copilot Sascha
lotste mich hunderte Meter rückwärts durch den schmalen Weg zurück zur
Hauptstrasse.

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Kurz darauf erreichten wir unsere Unterkunft, das Cortijo La Alberca. Ein
typisches spanisches Haus. Es gibt 4 einzelne Unterkünfte, mit Terrasse und Bad.
Am Haupthaus waren Liegen zum entspannen und Tische für das Frühstück und
Abendessen aufgestellt. Am Nachmittag bekamen wir schon einen Anruf, die Mutter
der Besitzerin würde am Abend kochen, ob wir mitessen möchten. Das wollten wir
auf jeden Fall. Es war das beste vegetarische Abendessen, das ich in Spanien
bekommen habe. Ein Dreigängemenü.

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Das Cortijo La Alberca ist eine sehr umweltbewusste Unterkunft. Der Strom wird
durch Solar erzeugt und für die Gartenanlage wird das Wasser aus der Toilette
verwendet. Da Nijar in einer wasserarmen Gegend liegt, ist dies eine sehr
wassersparende Lösung. Leider mussten wir am nächsten Tag schon weiter fahren,
wir wären gerne länger geblieben.

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Bevor wir unser nächstes Ziel ansteuerten, wollten wir uns noch das Dorf
anschauen, das Nijar mit Wasser versorgte. Es ist eines der wenigen Dörfern hier
in der Region mit einer eigenen Wasserquelle. Das Dorf nennt sich Huebro, ein
winzig kleines Dorf, mit ca. 11 Einwohnern. Als wir dort ankamen, waren außer
einem Hund und zwei Frauen, die an der Quelle ihr Wäsche wuschen, niemand zu
sehen. Eine kleines eindrucksvolles Dorf.
Zurück ging es über Serpentinstraßen Richtung El Ejido.

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Dieser Tag sollte uns die Augen öffnen. Wir hatten vorher schon einiges über die
Plastikstadt gelesen. Aber was wir dort sahen überstieg einfach unsere
Vorstellungskraft. So weit das Auge reicht nur weiße Plastikplanen, ein
Gewächshaus nach dem anderen. Gemüse und Obst das unter Plastikplanen gezüchtet
wird, in der wasserärmsten Region Spaniens. Sascha hat es geschafft in so ein
Gewächshaus zu kommen, und er war sprachlos als er zurück kam. Es waren ca.
60°C+ unter den Planen und die Arbeiter pflückten, bewässerten und pflegten bei
den Temperaturen die Pflanzen. Ohne Worte! Die Bewässerung dieser Anbauflächen
wird über unterschiedliche Wasserauffangbecken realisiert. Neben einem dieser
Becken stand ein Mann der Pestizide sprühte. Ja, was soll ich sagen… diese
Pestizide gelangen ins Wasser und somit auf alle Anbauflächen die damit
bewässert werden. Als wir zu unser nächsten Unterkunft fuhren, sahen wir noch
wie eines der Gewächshäuser anfing zu brennen. Bis die Feuerwehr dort war,
verging bestimmt eine halbe Stunde. Nach diesem Tag waren wir erschüttert, auch
wenn wir darauf vorbereitet waren.

 

 

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Am nächsten Tag fuhren wir weiter nach Ronda. Ich habe mir unter Ronda eine süße
kleine Stadt vorgestellt. Aber was uns erwartete war ganz anders – eine
Touristenhochburg. Also die Stadt an sich ist super schön und wenn man sie von
unten anschaut ist es wirklich beeindruckend wie die Stadt in einen Berg gebaut
ist. Wir bummelten ein bisschen durch die Stadt, sahen uns um und waren froh das
wir am nächsten Tag früh weiter fahren konnten. Einen Tagesausflug nach Ronda,
kann man gut machen. Eine Übernachtung lohnt sich nach meinem Gefühl nicht.

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Wir hatten keine Lust mehr auf Städte und aufs herumreisen. Unser nächstes Ziel
war das kleine wunderschöne spanische Dorf Jimena de la Frontera. Eine absolute
Empfehlung wenn man durch Spanien fährt. Hier gab es wenig Touristen und das
typische spanische Leben. Die Geschäfte öffneten erst um 17 Uhr und die Umgebung
war herrlich. Wir hatten ein Zimmer im Casa Henrietta gebucht. Das Casa
Henrietta ist ein tolles Hotel mit sehr liebevollem Personal. Wir wurden so
freundlich begrüßt, haben Tipps für den Ort bekommen und da wir jetzt ja schon
eine ganze Weile unterwegs waren, durften wir sogar die Waschmaschine des Hotels
benutzen. Wir verbrachten wundervolle 2 Tage dort. Liefen um das kleine Dorf,
gingen am Fluß entlang und entspannten uns. In dem Hotel gab es ein Restaurant,
das auch vegane und vegetarische Gerichte anbot. Es war super lecker und wir
aßen an beiden Abenden dort.

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Für die letzte Woche hatten wir eine Unterkunft in Tarifa gebucht. Das Great Escape liegt in einem Naturschutzgebiet wenige Minuten von Tarifa entfernt. Es ist der perfekte Ort zum Entspannen, Lesen, Schwimmen und natürlich ein Paradies für Wind- und Kitesurfer. Wir verbrachten viel Zeit im Great Escape, denn wir mochten die Ruhe hier und freuten uns die ganzen Eindrücke die wir auf unserer Reise gewonnen haben, zu verarbeiten, uns zu unterhalten, Energieübungen in dem schönen Garten zu machen und am Abend Karten zu spielen. Absolut großartig fand ich, das es im Great Escape kein Wifi gab und das Handy damit unbrauchbar war. Wir machten also eine Woche Digital Detox. In dem Naturschutzgebiet gab es viele Tiere, wildlebende Pferde und Esel, Kühe und Ziegen und die Strände um Tarifa herum sind herrlich. In Tarifa ist es oft windig und wir hatten an einigen Tagen wirklich starken Wind, dafür aber tolle Wellen und „etwas Sandsturm“ am Strand.

Die Küche im Great Escape war draußen und mit Blick auf das Meer und auf Marokko. Super schön zum kochen. Der Besitzer Brian ist ein total netter Gastgeber, der immer um das Wohl seiner Gäste besorgt ist. Er hat immer einen netten Spruch auf den Lippen und wir sprachen oft mit ihm. Ich habe selten so einen inspirierenden Menschen getroffen und wir werden ganz sicher wieder dort
hinfahren. In Tarifa gibt es viele Möglichkeiten vegan und vegetarisch zu essen und Biolebensmittel einzukaufen. Es hat uns sehr gefallen!

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Am Freitag fuhren wir zurück nach Malaga, denn unser Flug ging Samstag morgen um
7 Uhr. Daher suchten wir uns ein Hotel am Flughafen, mit Namen Campanile Màlaga Airport. Ich empfehle es keinem von euch in diesem Hotel zu übernachten. Wir erreichten das Hotel um 16
Uhr, luden unsere Sachen aus, checkten ein und brachten den Mietwagen zum
Flughafen. Danach fuhren wir noch kurz an den Strand und liefen durch ein
Naturschutzgebiet zurück zum Hotel. Als wir am Hotel ankamen und unser Zimmer
betraten, bekam ich einen riesigen Schreck. Unsere ganzen Sachen wurden
durchwühlt, ich denke es wurde nach Bargeld gesucht. Denn naiv wie ich war, wir
kamen von so tollen Orten und dachten an nichts Böses, hatte ich meine Tasche
mit Ipad, einfach so ins Zimmer gestellt. Alle anderen Wertsachen hatten wir zum
Glück bei uns. Es wurde nichts geklaut, aber das Gefühl das jemand in unseren
Sachen gekramt hatte war nicht schön und als wir dem Hotelpersonal davon
berichteten, machten diese nicht den Eindruck das sie was unternehmen wollten.
Wir aßen noch etwas im Hotel, doch das Essen war nicht besonders gut. Ein
weiterer negativer Aspekt war das es im ganzen Hotel nach Klo roch.

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Am nächsten Morgen ging es um 5 Uhr zum Flughafen. Wir hatten eine wunderschöne
Zeit in Spanien, haben viel vom Land gesehen, viel erlebt, tolle Menschen
kennengelernt und Zeit an super schönen Orten verbracht. Malaga war die einzige
Ausnahme. Das Hotel hatte ich allerdings auch auf die schnelle gebucht und die
Bewertungen nicht richtig gelesen – ein Fehler!
Spanien fasziniert uns noch immer und wir werden sicher noch die eine oder
andere Reise dort hin machen. Aber wir freuten uns auch wieder auf Zuhause – es
ist doch ein schönes Gefühl auch wieder gerne nach Hause zu kommen!